EUROPEAN MOBILITY WEEK - SCHÜLER IM ENGAGEMENT im Gespräch mit VNG

Die Mobilitätsgruppe der VNG AG ist Sponsor der EUROPEAN MOBILITY WEEK – SCHÜLER IM ENGAGEMENT und beantwortet fünf Fragen zum Thema Mobilität & Engagement von heute und morgen.

Die Mobilitätsgruppe der VNG AG - dazu gehören u.a. Maik Hendler (Prozessmanager Sales Support), Gerd Wölbling (Hauptreferent Gaseinkauf) und Alice Galenkamp (Trainee) - trifft sich wöchentlich, um über Trends und Neuigkeiten im Bereich Mobilität und deren Anknüpfungspunkte für das unternehmerische Handeln der VNG zu diskutieren.

Die Mobilitätsgruppe der VNG AG ist Sponsor der EUROPEAN MOBILITY WEEK_SCHÜLER IM ENGAGEMENT und beantwortet fünf Fragen zum Thema Mobilität & Engagement von heute und morgen.

MOBILITY, ENGAGEMENT & ALTERNATIVE MOBILITÄT MIT ERDGAS

Der Name VNG wird den meisten Lesern nichts sagen. Daher die Frage was macht die VNG genau und warum seid Ihr bei der „EUROPEAN MOBILITY WEEK_Schüler im Engagement“ dabei?

Gerd: Wir sind eine in Leipzig ansässige Firma, die im europäischen Gasmarkt aktiv ist. In diesem Jahr feiern wir unser 60-jähriges Firmenjubiläum. Neben dem Transport, der Speicherung sowie dem Handel und Vertrieb von Erdgas kümmern wir uns zunehmend auch um Biogasanlagen, digitale Infrastrukturen (Datenautobahnen) und die Versorgung von Quartieren durch individuell zugeschnittene Wärme- und Stromlösungen sowie weitere Dienstleistungen.

Alice: Dafür haben wir 2017 eine neue Unternehmensstrategie entwickelt, die sich „VNG 2030+“ nennt. Sie wird uns in den nächsten Jahrzehnten auf einem grünen, digitalen und zugleich gasbasierten Weg begleiten.

Maik: Außerdem beschäftigen wir uns mit Mobilität, denn Erdgas kann man auch tanken. Dafür wird es entweder unter hohem Druck verdichtet, das nennt sich Compressed Natural Gas (kurz CNG), oder auf rund minus 160°C abgekühlt und dadurch verflüssigt. Das heißt dann Liquefied Natural Gas (kurz LNG). Letzteres wird zunehmend im Schwerlastverkehr eingesetzt sowohl bei LKW als auch bei Schiffen. Jüngstes Beispiel ist die gerade erst getaufte AIDAnova. CNG wird für PKWs, Busse, aber auch bei kleineren Frachttransportern genutzt. Wir als VNG können die Tankinfrastruktur und den Kraftstoff dafür bereitstellen.

Warum kennen wir Erdgas als Kraftstoff kaum und warum denkt Ihr, sollte sich das ändern?

Alice: Trotz klarer Vorteile hinsichtlich des geringeren Schadstoffausstoßes und des niedrigsten CO2-Ausstoßes aller wirtschaftlich verfügbaren Kraftstoffe konnte sich Erdgas bisher nicht gegenüber Diesel und Benzin behaupten. Wir denken, dass die aktuelle Klimadebatte das ändern könnte.

Maik: Denn im Gegensatz zu Elektroautos, die momentan echt teuer sind und auch noch einige Nachteile hinsichtlich Ihrer Nachhaltigkeit, der Reichweite und der Ladezeit aufzeigen, ist Gasmobilität bezahlbar und auch für weite Strecken praktikabel. Was Viele nicht wissen: Es fahren in Deutschland immerhin auch schon knapp 100.000 Autos mit Erdgas (CNG).

Gerd: Davon abgesehen kann CNG und LNG auch im Güterverkehr eingesetzt werden, wozu die meisten Batterien noch nicht leistungsfähig genug und viele Trucks technisch noch nicht ausgereift sind.

Aber Erdgas ist ja auch ein sogenannter fossiler Energieträger. Er ist zwar sauberer als Diesel und Benzin, aber nicht ganz ohne CO2- Ausstoß, wie z. B. die Elektroautos.

Maik: Das stimmt. Wenn man aber den Umweltaspekt unter den aktuellen Rahmenbedingungen in den Blick nimmt, sind Elektroautos gar nicht so klimafreundlich wie gedacht, da sie Strom tanken, der sehr oft durch Kohleverbrennung erzeugt wurde. Zwar wird das CO2 so nicht mehr direkt auf der Straße ausgestoßen, aber es entsteht dennoch und schadet dem Klima. Bei der Elektromobilität sind außerdem andere Aspekte noch nicht komplett zu Ende gedacht: Für die Batterieproduktion braucht man z. B. sehr viele wertvolle und teilweise seltene Rohstoffe, die müssen von sehr weit her importiert werden und die zukünftige Versorgung ist damit nicht unbedingt sichergestellt. Und was machen wir mit den ausgedienten Batterien?

Alice: Damit kein falscher Eindruck entsteht – wir sind nicht grundsätzlich gegen die Elektromobilität. Es gibt Anwendungsfälle, wie im Stadtverkehr, wo es sehr sinnvoll sein kann, besonders wenn der Strom dafür noch sauber erzeugt wurde. Aber wir möchten die Diskussion einfach nicht auf die Elektromobilität beschränken, da auch diese Lösung nicht völlig problemfrei und deshalb noch eine Nische ist. Wir sollten uns als Gesellschaft eine gewisse Offenheit für die Zukunft bewahren.

Gerd: Auch beim Fahren mit Gas könnte es zukünftig übrigens eine klimaneutrale Lösung geben und die heißt Power-to-Gas. So nennt man eine Technik zur Herstellung von synthetischem Gas mittels Elektrolyse, wo also durch elektrischen Strom Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespaltet wird. Der Wasserstoff wird in einer weiteren Reaktion mit CO2 zu Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas umgewandelt. Für dieses Verfahren wollen wir überschüssigen Strom einsetzen, der durch Engpässe in unserem Stromnetz bei wind- und sonnenintensiven Zeiten sonst nicht zu den Verbrauchern transportiert werden kann, aber dennoch vergütet wird. Damit könnte man außerdem die Gasinfrastruktur, die in Deutschland bereits hervorragend ausgebaut ist, weiterhin nutzen und der ohnehin aufwendige Ausbau des Stromnetzes würde etwas weniger unter Druck stehen. Audi betreibt heute schon eine solche Pilotanlage und Erdgasfahrer können dieses sogenannte“ e-gas“ bereits tanken.

Heutzutage ist ja jeder mit dem Handy unterwegs, überall. Wir können damit heute schon einen Zug buchen, es als Navigationsgerät benutzen und vieles mehr. Das geht alles über Apps. Glaubt ihr, dass durch diese Entwicklung auch noch mehr Veränderungen für den Verkehrsbereich eintreten?

Maik: Absolut. Diese digitale Revolution wird sich auch im Verkehrsbereich bemerkbar machen. Man kann damit heutzutage ja schon sogenannte Carsharing Services nutzen. Das bedeutet, dass irgendwo in meiner Nähe Autos in Straßen oder auf Parkplätzen stehen, die ich mir für eine gewisse Zeit leihen kann und dann für eine Strecke und/oder Zeit bezahle. Das Ganze gehört zu dem viel diskutierten Thema „Shared Mobility“ bzw. zu Deutsch geteilte Mobilität.

Gerd: Es gibt Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass zukünftig immer weniger Autos in den Städten fahren werden, weil man sich die Autos auf diese Weise teilt. Das würde die Städte hinsichtlich Parkflächen, Staus auf Hauptverkehrsadern und Umweltverschmutzung entlasten und mehr Platz für Grün- oder Wohnflächen schaffen. Außerdem ist der Besitz eines Autos mit Verantwortung und Kosten verbunden, die ist man so los.

Alice: Ich habe übrigens weder ein Auto noch einen Führerschein. Ich denke, irgendwann werden die Autos selbstständig fahren (das nennt man auch „Autonomes Fahren“) und dann kann man sich bei Bedarf eines per App bestellen und wird herumgefahren. Viele Leute können sich das noch nicht vorstellen und es wird auch sicher anfangs nicht alles reibungslos klappen, aber nachdem sich die Technik in den letzten Jahren so rasant entwickelt hat…

Zum Schluss noch die Gretchenfrage (für alle die im Deutschunterricht Faust gelesen haben): Wie kommt ihr eigentlich zur Arbeit?

Maik: Ich bin ein treuer Erdgasfahrer, schon seit etlichen Jahren. Ich wohne außerhalb der Stadt sehr ländlich, da ist das Auto eigentlich die einzige Option. Ein CNG-Fahrzeug ist damit aus meiner Sicht die umweltfreundlichste und gleichzeitig preiswerte Lösung, ohne prinzipielle Einschnitte bei Raumangebot oder Reichweite eingehen zu müssen.

Alice: Innerstädtisch sehe ich gegenüber dem Auto ganz klar die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad im Vorteil. Ich fahre täglich mit dem Bus zur Arbeit. Danach habe ich tatsächlich auch die Wohnungssuche ausgerichtet - eine gute Anbindung an die Öffentlichen. Ich hoffe, dass in Zukunft immer mehr Kommunen auch Erdgasbusse einsetzen, die noch umweltfreundlicher unterwegs sind. Übrigens denke ich, dass Umweltfreundlichkeit auch eine bewusste Entscheidung ist. Gegebenenfalls müssen dann eben auch mal ein paar Abstriche beim eigenen Komfort gemacht werden. Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden, da die Lebenssituationen ja auch sehr unterschiedlich sind.

Maik: Den ÖPNV finde ich aber auch ganz schön teuer.

Alice: Das liegt aber teilweise daran, dass er nicht so intensiv genutzt wird. Je mehr Menschen den ÖPNV nutzen, desto billiger wird es im Allgemeinen. Städte können durch gute Preispolitik dahingehend aber auch bewusst Anreize setzen.

Gerd: Ich fahre zumindest bei gutem Wetter mit dem Rad zur Arbeit und kombiniere auf meinem Arbeitsweg die gute ausgebaute S-Bahn-Anbindung Leipzigs mit den umliegenden Gebieten. Ich denke durch E-Bikes oder Lastenfahrräder gibt es hier auch nochmal einen guten Hebel, um mehr Umweltfreundlichkeit beim Verkehr zu erreichen. Es würde allerdings noch mehr Spaß machen, wenn die Radwege in den Städten besser ausgebaut und sicherer wären.

Alice: Da bin ich ganz deiner Meinung. Bezugnehmend auf das Thema der diesjährigen European Mobility Week „Multimodality: Mix and Move“ ist es auch wichtig, bei den Verkehrsmitteln, die man nutzt, flexibler zu werden und Wege nicht nur mit einem Verkehrsträger zurückzulegen, sondern sie intelligent zu kombinieren.

Danke für das Gespräch!

EUROPEAN MOBILITY WEEK – SCHÜLER IM ENGAGEMENT
im Gespräch mit der VNG Gruppe